Nachbarschaftshilfe in Brandenburg jetzt abrechenbar

Nachbarschaftshilfe in Brandenburg jetzt abrechenbar

Ab Januar 2026 können pflegebedürftige Menschen in Brandenburg private Nachbarschaftshilfe über die Pflegekasse abrechnen. Damit wird es deutlich einfacher, Unterstützung im Alltag zu organisieren – vor allem dort, wo professionelle Angebote begrenzt verfügbar sind.

Entlastung im Alltag einfacher finanzieren

Die Finanzierung der Nachbarschaftshilfe erfolgt über den Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung von bis zu 131 Euro monatlich. Je nach Pflegegrad können zusätzlich umgewandelte Pflegesachleistungen oder Mittel der Verhinderungspflege eingesetzt werden. Ziel ist es, die häusliche Pflege flexibler zu gestalten und pflegebedürftige Menschen wie auch ihre Angehörigen spürbar zu entlasten.

Was zählt zur Nachbarschaftshilfe?

Unter Nachbarschaftshilfe fallen niedrigschwellige Unterstützungsangebote im Alltag. Dazu gehören unter anderem:

  • Begleitung zu Arztterminen
  • Hilfe beim Einkaufen und bei Erledigungen
  • Gemeinsame Spaziergänge
  • Soziale Begleitung, Gesellschaft und Struktur im Alltag

Gerade diese alltagsnahen Hilfen schließen Lücken, die in vielen Regionen – insbesondere im ländlichen Raum – bestehen.

Ehrenamtlich, aber anerkannt

Rechtlich bleibt die Nachbarschaftshilfe ehrenamtlich und ist kein Arbeitsverhältnis. Eine Aufwandsentschädigung ist jedoch möglich und auf maximal zehn Euro pro Stunde begrenzt. Zudem darf eine helfende Person höchstens zwei pflegebedürftige Menschen unterstützen.

Klare Voraussetzungen für Qualität und Sicherheit

Um Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, gelten verbindliche Regeln:

  • Keine Verwandtschaft oder Verschwägerung bis zum zweiten Grad
  • Kein gemeinsamer Haushalt mit der pflegebedürftigen Person
  • Registrierung beim Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV)
  • Teilnahme an einer Pflichtschulung mit Grund- und Notfallwissen

Alle Informationen zu Registrierung, Schulungen und Ansprechpartnern sind online gebündelt abrufbar. Die ersten Schulungen starten bereits Ende Januar 2026.